Strafrecht: Anwaltsgeheimnis besteht schon vor Unterzeichnung der Vollmacht

von Daniel Krug

 

Bekanntlich sind Gespräche zwischen Mandanten und Rechtsanwälten geschützt. Sie dürfen nicht gespeichert oder etwa in Ermittlungsverfahren verwendet werden.

Nun hat der BGH entschieden, dass nicht nur die Gespräche schützenswert sind, bei denen bereits eine Vollmacht für den Rechtsanwalt für das konkrete Mandat vorliegt,sondern auch solche, die erst noch zu einem Mandatsverhältnis führen sollen.

Nach der neuesten BGH-Rechtsprechung müssen folglich auch Telefongespräche zwischen Anwälten und potentiellen Mandanten, welche zufällig aufgenommen wurden, durch den Generalbundesanwalt – und damit durch jede Ermittlungsbehörde – gelöscht werden. Dies dient dem Schutz des Verhältnisses zwischen Anwalt und seinem – künftigen – Mandanten, und zwar schon Beginn der  Gespräche.

BGH Beschluss vom 18.02.2014, StB 8 /13

 

Daniel Krug, Rechtsanwalt,

mit Unterstützung durch Rechtsreferendarin Lilit Roth

 

 

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